Eine besondere Exkursion führte die 6. Klassen des Gymnasiums auf eine eindrucksvolle Reise durch die Ostergeschichte. Gleich zu Beginn wurden wir von Mirijam, der „Tochter des Evangelisten Lukas“, empfangen. Mit ihr gingen wir durch ein Stadttor Jerusalems – und waren plötzlich mitten im Geschehen.
In individuell gestalteten Räumen, begleitet von passender Musik, erlebten wir die einzelnen Stationen der Geschichte auf ganz neue Weise. Besonders eindrucksvoll war das Nachspielen des Palmsonntags: Einige durften sogar auf einem „Esel“ sitzen, während andere die jubelnde oder auch kritische Menge darstellten. Denn nicht alle waren begeistert – manche wurden wütend. Vor allem die „High Society“ sah in Jesu Botschaft eine Gefahr, denn viele lebten vom Tempelbetrieb.
Ein weiterer Höhepunkt war die Feier des Pessachfestes. Wir erfuhren, dass es ein Fest der Befreiung ist – und dass die Menschen es damals in Reisekleidung feierten, bereit aufzubrechen, wenn Gott ruft. Auch wir waren eingeladen, mitzufeiern: Wir probierten Matzebrot, salziges Wasser, bitteren Chicorée und Weintrauben. Dabei wurde deutlich: Dieses Fest bedeutet mehr als nur das Nötigste – es geht ums Teilen und um Gemeinschaft, was wir auch selbst erlebten, als der Teller herumgegeben wurde.
Doch dann änderte sich die Stimmung. Die Musik wurde immer lauter, fast unerträglich. Worte, die wir hörten, machten nachdenklich: „So wie eure Zähne das Brot zermalmt haben, wird mein Leben zermalmt werden. So wie der Wein fließt, wird mein Blut fließen.“ Damit wurden wir auf die nächste Station vorbereitet: das letzte Abendmahl.
Im Garten Getsemane wurde es still. Wir hörten ein persönliches Gebet – eine vertraute Ansprache an Gott als „Papa“. Danach folgte der für manchen vor allem durch die eingespielten Töne etwas "gruselige" Gang des Leidenswegs. Der Gerichtsprozess und die Kreuzigung wurden schließlich draußen in der Kälte eindrücklich in zwei verschiedenen Installationen dargestellt.
Ein besonders bedrückender Moment war der ganz dunkle Raum – ein Symbol für Tod und Hoffnungslosigkeit. Doch genau dort endete die Reise nicht: Den Höhepunkt bildete eine beeindruckende Auferstehungsinstallation, die Hoffnung und neues Leben spürbar machte.
Entgegen der Erwartungen so mancher Schüler geht es bei einer Osterausstellung nicht nur Hasen und Schokoladeneier und viele haben als Lernergebnis der Exkursion festgestellt, dass sie jetzt besser verstanden hätten, um was es bei Ostern überhaupt gehe.
Am Ende dieses bewegenden Tages möchten wir uns herzlich bei der Baptistengemeinde für die engagierte Führung bedanken. Diese Exkursion hat gezeigt: Das biblische Zeugnis kann eine starke gemeinsame Grundlage für die Ökumene sein.
Text: Tobias Thanner
Fotos: Ramona Hermanutz